Pathologie1Virchow1Pathologie ist die Lehre von den Krankheiten.

Die moderne Pathologie ist die Wissenschaft vom Wesen von Krankheit und Gesundheit. Sie beschäftigt sich in diesem Zusammenhang mit den Veränderungen des Aufbaus und der Funktion von Zellen, Geweben und Organen des Menschen durch Krankheiten. 

Der Pathologe: Lotse der Krebsmedizin

Einer der wesentlichsten Aufgaben des Pathologen liegt in der Erkennung der bösartigen Tumoren. Alle Ärzte senden aus diesem Grund Material, welches durch Biopsie oder Operation gewonnen worden ist an einen Pathologen. Nur er ist heute in der Lage eine eindeutige Diagnose über die Art des Tumors zu erstellen. Diese Einordnung ist heute mit keiner anderen medizinischen Methode zuverlässig möglich. Diese Diagnose bildet dann die Grundlage für die Auswahl der weiteren Behandlung, wie Operation, Chemotherapie und Bestrahlung.

  

Pathologie2Gynzyto
Pathologie3Gastrospirillum
Pathologie4Tis Urothel
Pathologie5Immunautomat-1
Pathologie6Carcinoid CD56
Pathologie7Ti-UHMWPE-Prothese
Pathologie8Knie PE
Pathologie9Niere
Pathologie10A.dissecans
Pathologie11Plasmozytom
Pathologie12Mausle

Auch im Rahmen der Vorsorge spielt der Pathologe hier eine wesentliche Rolle, da er die im Rahmen der Vorsorgekoloskopie gewonnenen Gewebeproben untersucht. Auch hier ist er der Derjenige, der einen Polypen als gut- oder bösartig einordnet, da dies mit keiner anderen Methode möglich ist. Auch die Einordnung, ob es sich bei einem Polypen um eine Krebsvorstufe handelt oder ob es z.B. ein entzündlicher Polyp ist, kann nur durch die mikroskopische Untersuchung des Gewebes getroffen werden.

Neben der Untersuchung von Gewebeproben, werden auch Zellen untersucht, die durch Abstrich oder Punktion gewonnen werden. Für alle bekannt ist in diesem Zusammenhang die Krebsvorsorgeuntersuchung bei Frauen. Dabei werden Abstriche des Gebärmutterhalses mikroskopisch untersucht und nach Vorstufen und Zellen des Gebärmutterhalskrebes gesucht.

Der Pathologe: Lotse der Diagnostik

Wenn Sie häufig Sodbrennen, Völlegefühl, Durchfälle oder andere Magen-Darm-Beschwerden haben, muss dies abgeklärt werden. Dies erfolgt in 

der Regel durch den Gastroenterologen. Dieser wird dann eine Magen- oder Darmspiegelung mit einem Mikroskop vornehmen. Neben der eigentlichen Untersuchung, wird der Untersucher hier aus allen verdächtigen Gebieten kleinste Gewebeproben entnehmen. Diese erlauben nach der Untersuchung durch den Pathologen die endgültige diagnostische Einordnung des Befundes. Neben verschiedensten Veränderungen, wie Entzündungen etc., kann der Pathologe auch hier bösartige Veränderungen der Schleimhäute erkennen und endgültig einordnen.

Der Pathologe: Lotse in der Therapie

Ist wegen des Verdachts auf einen Tumor eine Operation nötig, beurteilt der Pathologe noch während der Operation das vom operativ tätigen Kollegen, wie z.B. Chirurgen, Gynäkologen, gewonnene Material mittels eines Schnellverfahrens. Stellt der Pathologe die Gutartigkeit fest, kann die Operation in Form eines kleinen Eingriffs beendet werden.   Sollte sich herausstellen, dass die Diagnose "Krebs" lautet, kann der chirurgisch
tätige Arzt dann den Tumor sachgerecht und vollständig in der gleichen Operation entfernen. Der Pathologe kontrolliert dann mittels weiterer Schnellschnittuntersuchungen, ob die Ränder des Operationspräparates frei von "Krebs" sind, da dies ohne feingewebliche Untersuchung in aller Regel nicht möglich ist.

Der Pathologe bestimmt auch den Typ und den Grad der Bösartigkeit des Tumors sowie biologische Faktoren, die das weitere Fortschreiten
beeinflussen. Der Pathologe gibt also die entscheidenden Hinweise darauf, wie "aggressiv" die Behandlung einschließlich Chemotherapie sein muss.
Nur auf diese Weise wurde es zum Beispiel möglich, dass heute ungefähr zwei Drittel aller Frauen mit Brustkrebs so operiert werden können, dass die Brust erhalten werden kann.

Während der Operation ist der Pathologe also Mitglied des Teams, das den Patienten betreut. In wenigen Minuten, muss er während der
Schnellschnittuntersuchung die Entscheidung "Krebs oder kein Krebs" treffen.

Rolle des Pathologen nach der Behandlung

Beispiel Dickdarm-Operation: Nach der Entfernung des Tumors werden dessen Ausdehnung , der Grad der Bösartigkeit, die Schnittränder sowie die Frage untersucht, wie weit der Krebs in das Gewebe eingewachsen ist. Ganz besonders wichtig ist es auch festzustellen, ob es schon "Tochtergeschwülste" (Metastasen) gegeben hat. Dazu werden z.B. alle Lymphknoten am Operationspräparat histologisch untersucht.

Der Pathologe liefert mit seinem Befund die wesentliche Entscheidung für die Nachbehandlung - etwa dafür, ob die Operation ausreichend war oder eine zusätzliche Strahlenbehandlung, eine Chemotherapie oder die Gaben von Antihormonen (z.B. beim Brustkrebs) erforderlich ist. Heute gibt es zudem immer häufiger die Möglichkeit, mit "spezifischen Antikörpern" zu therapieren. Dies geht ebenfalls nur dann, wenn der Pathologe nachgewiesen hat, dass die Zielstruktur des Antikörpers im bzw. am Tumor vorhanden ist.

Dazu arbeiten heute Pathologen mit den modernsten Methoden; insbesondere bedienen sie sich der Molekulargenetik. Es waren Pathologen, die diese Untersuchungsmethoden wesentlich mitentwickelt und standardisiert haben. 

Obduktionen - notwendig für die Qualitätssicherung

In Deutschland ist eine klare Trennung zwischen dem Rechtsmediziner/Gerichtsmediziner und dem Arzt/Ärztin für Pathologie vorhanden. Pathologen werden in der Regel die Obduktion an natürlich verstorbenen Personen durchführen, während der Rechtsmediziner alle zweifelhaften und insbesondere unnatürlichen Todesfälle untersucht.

Pathologen nehmen Obduktionen zu dem Zweck vor, um den Grund und Folgeerkrankungen sowie die eigentliche Todesursache
bei natürlichem Tod genau und zweifelsfrei abzuklären. Dies dient der ärztlichen Qualitätskontrolle und der Weiterbildung in der Medizin. Obduktionen sind auch für Angehörige wichtig, insbesondere bei der Abklärung von Infektions-, Berufs- und Erbkrankheiten.

Die Obduktion dient zusätzlich allen Ärzten, Medizinstudenten und insbesondere jungen Ärzten zur Fortbildung. Schon dies führt zu einer Steigerung der Qualität der medizinischen Versorgung aller künftigen Patienten.

Von besonderer Wichtigkeit ist aber die Tatsache, dass Pathologen mit Hilfe der Obduktion neue gesicherte Erkenntnisse über Häufigkeit, Ursachen, Verhinderungs- und Behandlungsmöglichkeiten von Krankheiten gewinnen.

 

Neuen Krankheiten auf der Spur

Viele Krankheiten und ihre Hintergründe sind in der Geschichte der Medizin durch Pathologen aufgeklärt worden. Besondere Verdienste erwarb sich in diesem Zusammenhang der Nestor der deutschen Pathologie Rudolf Virchow (1821-1902).

Dies gilt auch heute noch. So hat z.B. Anfang der 80er Jahre ein Pathologe ein Bakterium entdeckt, das Ursache von Magenschleimhautentzündungen, Geschwüren des Zwölffingerdarmes und einiger bösartiger Tumoren des Magens ist. Durch die medikamentöse Beseitigung dieser Bakterien lassen sich heute alle diese Erkrankungen auf Dauer heilen oder verhindern.

Ähnliche Fortschritte sind auch in Zukunft bei weiteren Leiden zu erwarten. Neue Erkenntnisse über Ursachen und Verlauf als auch Behandlung von Erkrankungen - auch , aber nicht nur bei Krebs - führen zum Beispiel zur Entwicklung von neuen, gezielt wirksamen und 
besser verträglichen Medikamenten.

Mit hochmodernen Methoden suchen Pathologen nach Ursachen vieler Erkrankungen mit dem Ziel, auch diese eines Tages erfolgreich heilen zu können.

 

Pathologen sind als Ärzte Partner für Ihre Gesundheit. Sie ...



... helfen bei der Vorsorge.

... stellen endgültige Diagnosen.

... liefern damit die Grundlage für die beste Behandlung.

... sichern Ausbildung und Qualität in der Medizin und

... tragen maßgeblich zum Fortschritt bei.